Zum 1. Advent – Strohsterne und Strohfiguren von „Strohhex“ Gretel Zimmermann
Mit dem Aufsatz von Rolf Jürgen Zeeb über die „Strohhex“ Gretel Zimmermann im Heimatbuch von 1996 war eigentlich alles, was wir über sie wussten, gesagt. 1988 war Gretel Zimmermann gestorben. Der Nachlass an Strohsternen und Strohfiguren wurde dem Dorf- und Heimatmuseum übergeben und beim Brunnenfest im Jahr 1989 fand eine Erinnerungsausstellung an sie statt. Seither befindet sich der Nachlass, der auch einige schriftliche Archivalien und von ihr herausgegebene „Brunnen-Hefte“ im Kulturarchiv in Verwahrung. Bei den Christbaumausstellungen am Weihnachtsmarkt wurde immer ein Baum mit Strohsternen und -figuren von ihr geschmückt, so auch dieses Jahr.
Nun kam vor zwei Jahren eine Anfrage von Frau Mag. Eva Heizmann von der Servicestelle Volkskultur und kulturelles Erbe der Steiermark in Österreich über die „Strohhex“ an uns. Frau Heizmann befasste sich mit der Entstehung des Brauchtums, Weihnachtsbäume mit Strohsternen zu schmücken. Wir haben ihr unsere Unterlagen und Informationen zugänglich gemacht. Gleichzeitig haben wir mit dem Neffen von Gretel Zimmermann aus Dresden Kontakt aufgenommen, ob er noch Weiteres über sie weiß. Dies war zwar nicht der Fall, aber er hat uns dankenswerter Weise die 240 DIA’s umfassende Sammlung von ihren Arbeiten überlassen, die das gesamte Spektrum ihres Lebenswerkes darstellen, was für uns natürlich von größtem archivarischem Wert ist.
In der ausführlichen Abhandlung „Strohstern, woher kommst Du?“, abgedruckt in der österreichischen Kulturzeitschrift „Da schau her“ berichtet Frau Heizmann dann, dass der Brauch, Strohsterne an den Weihnachtsbaum zu hängen kein alter Brauch ist, sondern erst ab den 1950er Jahren entstand, als man diese Stroharbeiten von der Firma „Strohhex“ in Winterbach beziehen konnte. Nach den noch vorhandenen Unterlagen wurden ihre Strohsterne und -figuren in die ganze Welt vertrieben. Es gab auch noch eine Strohmanufaktur in der Schweiz, die aber wohl nur innerhalb der Schweiz Strohsterne verkaufte. Ab Anfang/Mitte der 1960er Jahre gab es dann mit den im Christophorus-Verlag in Freiburg erschienen Brunnen-Heften Anleitungen für das Basteln von Strohsternen und Strohfiguren. Gretel Zimmermann war Herausgeberin bei zwei von drei Heften mit den Themen Strohsterne und Strohfiguren und darin wurden die Stroharbeiten und Strohfiguren der „Strohhex“ abgedruckt. Diese Hobby-Arbeiten haben sicher dafür gesorgt, dass das Schmücken von Christbäumen mit Strohsternen und einfachen Strohfiguren weit verbreitet und Kulturgut wurde.

Grundsätzlich darf man aber sicher sagen, dass Strohsterne und Strohfiguren durch die „Strohhex“ Gretel Zimmermann von Winterbach aus ihren Weg in die ganze Welt angetreten haben. Jürgen Rieger




