Vitrinenausstellung: Bierkrüge im Dorf- und Heimatmuseum
Im Museum der Weinbaugemeinde Winterbach Bierkrüge auszustellen, mutet zunächst
etwas paradox an. Doch es gibt konkrete Verbindungen:
Bierkrüge der Brauerei Frank in Stuttgart, vorher Engelberg.
Im Jahr 1849 kaufte Abraham Frank, Kaufmann aus Schwäbisch Gmünd die Brauerei auf dem Engelberg. Danach übernahm dessen Sohn Gustav Frank das Anwesen. Gustav Frank (*22.8.1827) hat am 24.10.1852 Sophie Dinkelacker, Tochter des Brauereibesitzers Carl Gottfried Dinkelacker aus Böblingen geheiratet. Gustav Frank ist am 09.07.1867 auf dem Engelberg an Tuberkulose gestorben. Bierkrüge aus der Zeit der Brauerei auf dem Engelberg besitzt das Museum nicht, möglicherweise gab es auch keine speziellen. Sophie Link, verw. Frank, geb. Dinkelacker hatte aus der Ehe mit Gustav Frank vier Kinder, darunter den Sohn Emil Frank, geb. 12.07.1856 auf dem Engelberg. 1883 kaufte Emil Frank das Anwesen Böblinger Straße 90-92 in Stuttgart-Heslach und richtete hinter der bestehenden Gaststätte eine neue Brauerei ein. Die Brauerei Frank war eine der großen und bedeutenden Brauereien in Stuttgart. Emil Frank, der die auf dem Engelberg begonnene Brautradition seines Vaters in Stuttgart fortgesetzt hat, ist am 28.03.1907 gestorben und hinterließ vier Kinder. Im Stuttgarter Adressbuch von 1918 sind unter der Brauereiadresse aus der Familie von Emil Frank noch Wilhelm Frank (Sohn) und Heinrich Reiser (Schwiegersohn) genannt. Und von Ulrich Reiser vom Engelberg, dessen Großvater Heinrich Reiser war, haben wir nun verschiedene Bierkrüge aus der Brauerei Frank überlassen bekommen. Dass dieses Bier auch in Winterbach ausgeschenkt wurde, bezeugt ein Schild auf einem alten Foto vom Gasthaus Hirsch in Manolzweiler.
Reservistenkrüge
Reservistenkrüge haben sich die Soldaten des Kaiserreiches nach ihrer aktiven Militärdienstzeit als individuelle Erinnerungsstücke anfertigen lassen. Spätestens nach der umjubelten Kaiserproklamation von Wilhelm I. im Januar 1871 erlebten Reservistenkrüge eine große Verbreitung. Die schönen Krüge des Gefreiten Uetz, des Reservisten Lenz und des Musketier Sigle aus der Sammlung des Museums werden ausgestellt.
Sammlerkrüge zu Brunnenfesten
Es war einige Jahre lang üblich, die Sehenswürdigkeiten unserer Gemeinde zu Werbezwecken auf Bierkrügen zu verewigen und damit auf das Brunnenfest hinzuweisen. So geschah dies in Winterbach nach unseren Kenntnissen in den Jahren zwischen 1982 und 2002. Es gab diese Krüge nicht in jedem Jahr, aber doch nach bisherigen Feststellungen in 17 Jahren. Es erschienen folgende „Motivkrüge“, die in einigen Winterbacher Wohnungen wohl auch heute noch aufgestellt sind:

- 1982: Winterbacher Wappen und Marktplatz
- 1985: Bürgerhaus Kelter
- 1986: Dorf- und Heimatmuseum, Haus Dobelmann
- 1987: Schulhaus und Wasserturm in Manolzweiler
- 1989: Brunnengasse 3 (Haus Hinderer)
- 1990: Ehemaliges Jagdschloss Engelberg
- 1991: Marktbrunnen
- 1992: Volksbank, (Haus Greiner) am Marktplatz
- 1993: Neues Alten- und Pflegeheim
- 1994: Die drei Winterbacher Rathäuser
- 1995: ‘s Kirchetörle mit Kirche
- 1996: 950 Jahre Winterbach
- 1997: ‘s Hafnerhäusle
- 1998: Blick vom „Götzen“ auf die Winterbacher Ortsmitte
- 1999: Haus Brunnengasse 4
- 2000: d‘ Struve-Brück
- 2002: Schulturnhalle
Auch ein Bierkrug vom „Hirschgassenfest“ in Manolzweiler ist ausgestellt, ebenso zwei Bierkrüge, die als Gastgeschenke an die Gemeinde Winterbach und an die Stadt Gleisdorf gegeben wurden. In den nächsten Monaten möchten wir den Besuchern des Dorf- und Heimatmuseums die vorgenannten „Winterbacher Bierkrüge“ in einer Vitrinenausstellung zeigen.
Dorf- und Heimatmuseum Winterbach – Jürgen Rieger


