Von Büchsenwurst und Dosenöffnern

Die Konservendose wurde 1810 vom britischen Kaufmann Peter Durand erfunden. 1813 wurden erstmals Konservendosen, was auch immer darin war, an die britische Armee geliefert. Als Erfinder der Büchsenwurst (Dosenwurst) gilt der Halberstädter Würstchenfabrikant Friedrich Heine, der zur Einweihung des Kyffhäuserdenkmals am 18.06.1896 für die geladene Prominenz 40.000 Paar Würstchen liefern musste.

Auch in der Hausmetzgerei bekam neben dem traditionellen Räuchern und dem Eindünsten in Gläsern die Herstellung von Büchsenwurst als Konservierungsform immer mehr Bedeutung. Die Herstellung der Wurst unterscheidet sich in der Art und Weise, wie andere Brüh- und Kochwürste hergestellt werden, nicht. Nach dem Garvorgang wird das Wursterzeugnis statt in Därme in sterilisierte Dosen abgefüllt, luftdicht verschlossen und danach auf eine Temperatur zwischen 70 und 130 Grad Celsius erhitzt. Durch diesen Vorgang wird die Wurst haltbar (konserviert).

Die Wurstbüchse wird dadurch luftdicht verschlossen, dass sie zugebördelt wird. Dieses Zubördeln geschah mittels einer manuell zu betreibenden mechanischen Dosenverschlussmaschine, wie wir sie auch im Museum haben.

Das Zubördeln wird wie folgt bewerkstelligt: Die entsprechend vorbereitete Weißblechdose wird auf den Teller gestellt und der Deckel auf die Dose gelegt. Dann wird die Dose mit dem Teller nach oben gedreht, so dass der antreibende Oberdeckel den Dosendeckel nach unten presst. Die begleitenden Räder liegen seitlich am Deckel an. Durch das Drehen am Handrad dreht sich die Büchse mehrmals um die eigene Achse. Mittels eines Druckbügels wird dabei der Deckelrand um den oberen Dosenrand umgebogen. „Fügen durch Umformen“ heißt diese Verbindungstechnik in der Blechverarbeitung.

Während die ersten Konservendosen, die ja noch viel dickwandiger waren, beim Militär anfangs noch mit Bajonett, Hammer und Meißel oder dem Beil geöffnet wurden, hat ein Amerikaner Mitte des 19. Jahrhunderts den ersten Dosenöffner (Büchsenöffner) mit Schneiderad erfunden. Mittlerweile verwendete man zur Dosenproduktion auch dünneres Blech. Mit der Verbreitung der Konservendosen, auch für Zwecke der haltbaren Lagerung von Gemüse, Fisch, Obst usw. gab und gibt es auch viele Variationen von Dosenöffnern. Unter den einfachen Instrumenten hat es der P-38-Opener, der den Kampfrationen der amerikanischen Armee während des zweiten Weltkrieges und bis in die 1980er Jahre beigefügt war, zu einer gewissen Bekanntheit gebracht. Auch bei Pfadfindern und Wanderern war er unter dem Namen „Wanderfreund“ beliebt.

Bilder: Jürgen Rieger

Auch an Taschenmessern findet man noch Dosenöffner als Zubehör. Für Fischbüchsen gab es manchmal spezielle Öffner und auch für Dosenmilch. Mit letzteren machte man zwei Löcher in den Deckel. Heute gibt es eine unüberschaubare Zahl von mechanischen und elektrischen Dosenöffnern mit vielfältigen Funktionen, aber auch Dosen, an denen die Öffnungsmöglichkeit bereits angebracht ist. Jürgen Rieger